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Prozionistisch-sozialistische Initiave - 01.2004
Gegen die antisemitische Internationale!

Dieselbe deutsche Linke, die um keinen Preis bemerken will, dass sich eine weltweit agierende antisemitische Internationale immer stärker formiert, will heute gegen Nazis demonstrieren, die einen Aufmarsch unter dem Motto "Solidarität mit Palästina!" veranstalten. Aber trotz aller Lippenbekenntnisse gegen Antisemitismus kann sich ein nicht unbeträchtlicher Teil der zum Protest aufrufenden Gruppen nicht dazu entschließen, sich mit dem von den Nazis als "zionistisches Gebilde" angegriffenen Israel zu solidarisieren, und zwar ohne an die Solidarität Bedingungen zu knüpfen. Im Gegenteil: Im Vorfeld der Demonstration wird sogar ausdrücklich klar gemacht, dass "Nationalflaggen" unerwünscht sind - eine Auflage, die sich wohl vor allem gegen die Flagge des Staates Israel richtet, der 1948 als Konsequenz aus der Shoa gegründet wurde und Jüdinnen und Juden ermöglicht, sich auch bewaffnet gegen Antisemitismus zu verteidigen.

Da die aufrufenden Gruppen offensichtlich nicht in der Lage oder nicht willens sind, die Nazis beim Wort und das Motto ihrer Demo ernst zu nehmen, bleibt ihr Protest moralisch; nicht unähnlich dem der Bundesregierung im staatlich verordneten "Antifa-Sommer" 2000. Wenn im Aufruf der Antifa Hamm und anderer zu lesen ist, dass die Nazis den Staat Israel nur "benutzen", um ihre antisemitische Ideologie darauf zu "übertragen", um so "Zuspruch aus den verschiedensten politischen und unpolitischen Kreisen zu bekommen", dann ist das schlicht und einfach Unsinn. Eine solche Sichtweise verkennt völlig, dass der Antisemitismus nicht nur ein Mittel ist, um sich bei der Bevölkerung anzubiedern, sondern der eigentliche Zweck der ganzen Sache. Ein ähnliches Problem ergibt sich so auch bei vielen anderen Themen: auch ihre ehrliche Ablehnung des Irakkrieges und des Sozialabbaus glauben viele Linke den Nazis einfach nicht. Ein Grund dafür ist, dass sie zu sehr darauf fixiert sind, dass Nazis eigentlich immer militaristisch sein müssen und dass "hinter dem Faschismus das Kapital steht". Dabei ist doch ganz klar, dass Nazis - obwohl militaristisch - "kein deutsches Blut für fremde Interessen" vergießen wollen. So gehen grundsätzlicher Militarismus und Kriegsgegnerschaft im konkreten Einzelfall durchaus zusammen: beim letzten Irakkrieg entsprach es eben deutschen Interessen, sich nicht daran zu beteiligen. Nähme die Linke dies zur Kenntnis, könnte sie den Nazis nicht mehr "Heuchelei" vorwerfen, sondern müßte ihre eigenen Positionen kritisch überprüfen, ob sie Anknüpfungspunkte für Nazis und andere Antisemiten bieten. Da das unangenehm werden könnte, begnügen die Antifa Hamm und ihre Verbündeten sich lieber damit, moralisch empört zu sein, Schuhnummern von Nazis zu sammeln und alles so zu machen wie bisher.

So muss ihnen zwangsläufig entgehen, dass sich Linke, Rechte, Bundesregierung, EU, UNO, große Teile der Bevölkerungen in Deutschland, in diversen EU-Ländern, in den arabischen Staaten und anderswo, die globalisierungskritische Bewegung, die Friedensbewegung, der "irakische Widerstand", Al Quaida und sicherlich noch viele andere völlig einig sind in ihrer Ablehnung und Verurteilung der USA und Israels. Die heutige Demonstration der Nazis ist also nur ein kleiner Teil einer weltweit agierenden antisemitischen Internationale, deren militanter Flügel auf direkte terroristische Angriffe setzt, während der friedensbewegte Flügel lieber mit Friedensdemos und "israelkritischen" UN-Resolutionen gegen die Objekte des Hasses kämpft, bzw. "Verständnis" für die antisemitischen Mörderbanden zeigt oder denselben EU-Fördermittel zukommen läßt. Diese Bewegung will keine vernünftig eingerichtete Gesellschaft, sondern gar Schlimmeres als das hier und heute Bestehende. Dagegen gilt es zu kämpfen und nicht nur gegen ein paar Nazis, die durch ein westfälisches Dorf marschieren wollen.

Der Kampf gegen Antisemitismus hat viele Schauplätze: wenn Israel sich gegen antisemitischen Terror verteidigt, wenn die USA versuchen, im Irak und in Afghanistan Regime zu beseitigen, die keine Oppositon zulassen, ihre eigenen Bevölkerungen unterdrücken, ermorden oder verhungern lassen und darüber hinaus Israel vernichten wollen, bzw. Terroristen beherbergen und unterstützen, die dies tun wollen, dann hat das unsere vollste Zustimmung und Solidarität. Auch der von Linken oft geäußerte Vorwurf, die USA verfolgten ja nur schäbige eigene Interessen, kann uns darin nicht beirren, denn uns ist die Verfolgung eigener Interessen allemal lieber als die in Deutschland übliche Beschwörung des Gemeinwohls, die nichts anderes meint, als die Volksgemeinschaft.

prozionistisch-sozialistische initiave, Januar 2004

Flugblatt, verteilt auf einer Antifa-Demo in Hamm im Januar 2004.

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