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GWG Köln - 24.04.2004
Unsere Kritik an ihnen trifft ins Schwarze
Redebeitrag auf der Demonstration "Flagge zeigen: Für Israel!"

Hallo, ich spreche für die Georg-Weerth-Gesellschaft aus Köln.

Ebenso wie in Hamburg hat sich die Linke auch am Rhein wohlig eingerichtet. Jeder kennt jeden, alle haben sich gerne. Gemein hat man nur, Mitglied des linken Kollektives zu sein, was einen davor bewahrt, kritisiert werden zu können. Denn wer Linke kritisiert, ist angeblich – zumindest wurde es uns in einem Bekennerschreiben so mitgeteilt – ein Totalitarismustheoretiker, ein Reaktionär, gar ein Nazi. Die Linke macht sich dicht gegen jedes störende Element, welches den anheimelnden Frieden und die Harmonie des Bekennertums gefährden könnte. Und was ihnen nicht alles zur Abwehr der antideutschen Störer einfällt: Das Abladen von Gülle auf Diskussionsveranstaltungen, das Mitbringen von Stinkbomben – ja, man könnte meinen, diese Gesellen hätten ihre Vernunft gegen den Chemiebaukasten aus Kindes Zeiten ausgetauscht. Leider müssen wir ihnen immer wieder mitteilen, dass solcherlei Aktionen den Hausmann beim Bügeln nicht stören. Was glauben die eigentlich? Dass man sich durch solch lächerliche Unternehmungen von der dringend gebotenen Israel-Solidarität abbringen lässt?

Das Gegenteil ist der Fall: Mit ihrer Abwehr, die ja in letzter Zeit – erinnert sei an Hamm und Hamburg – auch in offene Gewalt umschlägt, beweisen sie nur, dass unsere Kritik an ihnen ins Schwarze trifft. Sie können tausendmal behaupten, Israel sei eben nicht ihr Thema und sie interessierten sich mehr für den Befreiungskampf in Südamerika, mit ihrer Aggression zeigen sie, dass etwas an ihnen nagt. Sie können die Israel-Solidarität nicht ertragen, darum suchen sie sich Vorwände, um hemmungslos losschlagen zu können. Und wenn sie im Eifer des Gefechtes sind, dann sind all die Glaubensbekenntnisse wie das „Existenzrecht Israels“ vergessen, dann heißt es – wie anlässlich einer Friedensdemonstration nach der Befreiung Bagdads – „Juden raus“ und „Scharon – Nazi“.

Oft haben wir geschrieben, der Linken käme in Deutschland eine Avantgardefunktion zu. In Bezug auf Israel trifft das heute nicht mehr zu. Sogar das haben sie versäumt. Denn längst hecheln sie der Regierung mit ihrer einstigen Ikone Fischer hinterher. Deswegen sagt der durchschnittliche Linke heute nicht „Das zionistische Gebilde muss vernichtet werden“, sondern „Israel hat ein Existenzrecht, aber man muss auch das palästinensische Existenzrecht anerkennen, was stetig durch Israel destruiert wird.“ Man hat ihn gelernt, den Jargon, der alles verrät, obwohl er nichts ausspricht. Man weiß, wie man sich ausdrücken muss, um unmissverständlich mitzuteilen, wem seine Solidarität gilt und wem der Hass.

Wir jedenfalls lassen uns nicht verunsichern, weder von politisch-korrekten Bekenntnissen aus denen nichts folgt, noch von der offenen Feindschaft, die durchaus auf Gegenseitigkeit beruht. Das nächste Mal, wenn sie wieder so richtig auf den Putz hauen wollen, werden wir wieder da sein: Im Juni findet in Köln eine antizionistische Konferenz statt, die es in sich hat: Unter dem Motto „Für einen gerechten Frieden in Israel und Palästina“ wird Norbert Blüm mit Moshe Zuckermann und Felicia Langer mit André Brie diskutieren. Die junge Welt und die Hamas-Unterstützer vom Antifakomittee Duisburg werden sich einträglich die Hand reichen und die Internationalen Ärzte zur Verhinderung eines Atomkrieges werden im linken Bürgerzentrum „Alte Feuerwache“ zu palästinensischer Folklore tanzen. Schon jetzt möchte ich euch bitten, am 28. Juni nach Köln zu kommen und unseren Gegenaktivitäten unter dem Titel „Gegen den ehrbaren Antisemitismus“ beizuwohnen.

Vielen Dank!

GWG Köln - www.gwg-koeln.com


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